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Wellness für dein Pferd (DIY 4) - die Thoraxschlinge

Willkommen zum 4. Teil der DIY-Wellnessmassage.

 

Die thorakale Schlinge wird die Muskulatur bezeichnet, die dafür sorgt, dass Brustkorb und Vorhand miteinander verbunden sind. Denn: Das Pferd hat kein Schlüsselbein. Wenn Du Lust hast, dich mit der Anatomie und dem drumherum zu beschäftigen, lies doch gerne auch meinen Artikel im Blog zu dem Thema: Kopf hoch oder runter?

 

Grundsätzlich gilt im Pferdekörper immer: Alles beeinflusst alles. Heute beschäftigen wir uns mit dem Entspannen der M.pectoralis.  Spannungen hier zeigen Pferde, die sehr kurztrittig sind, die Vorderbeine nicht richtig heben können und oft stolpern.


Aber: wie kommt die Spannung überhaupt darauf?
Möglichkeiten gibt es viele. Eine bei Reitpferden häufige ist natürlich einfach schlechtes Reiten. Aber nicht jedes Pferd mit Spannungen in diesem Bereich ist mit einem schlechten Reiter geplagt. Stolpern, eine schlechte Hufbalance, ein Hufgeschwür, eine Verletzung, Spannungen im Genick, im Kiefer, ein Hufgeschwür, Hufrehe, zu wenig freie Bewegung, ein schlecht passender Sattel, ein schlechter Reitersitz, eine Problematik in der Hinterhand und sogar Magenprobleme  können sich durch das Pferd ziehen. Die Ursache - Folge Kette kann in alle Richtungen ausstrahlen.

 


How to.... der Release

Wie immer möchte ich dir eine Technik zeigen, die mit minimalem Druck funktioniert und so dem Pferd nicht weh tun darf. Sind die Spannungen hier sehr gross, oder liegt ein ernsthaftes Problem darunter, wird es trotzdem schmerzhaft sein. Dass ist immer der Punkt, an dem ich darum bitte nicht rumzuspielen sondern einen Experten dazu zu holen.

 

Wie Du es bereits aus Teil 1 und Teil 3 gewohnt bist, ist die Druckstärke, die Du anbietest, irgendwo zwischen 2-4 Gramm.  Finde zu aller erst das Brustbein zwischen den Schulterblättern. Rechts und links von diesem findest Du jeweils eine Wulst oder Wurst. Das ist der Muskelbauch des Pectoralis, mit dem wir uns heute vertraut machen.


Es lohnt sich, hier einmal genau hinzuschauen.

Du kannst hier wertvolle Hintergrundinformationen über die Schiefe deines Pferdes sammeln. Sind beide Seiten gleich ausgeprägt? Ist einer stärker oder schwächer, höher oder tiefer? Wenn du von hier aus den Blick auf die Vorderbeine und die Schulterblätter schweifen lässt, darfst Du noch viel mehr sehen. Dort, wo die Muskulatur besonders ausgeprägt ist, trägt das Vorderbein besonders viel Last. Das mag dir erklären, warum dein Pferd sich auf einer Seite immer anders anfühlt als auf der anderen, und gibt dir Informationen über die dazu lateralen und diagonalen Tragkraft der Hinterbeine, und damit wichtige Informationen für dein Training.

 

Wenn Du jetzt anfängst, Kontakt mit dem Pferdekörper aufzunehmen, verwende immer die Fingerkuppe, nie die Nägel. Fange auf einer Seite des Burstbeines an, so weit wie möglich oben. Manche Pferde mögen mehr Druck als die angebotenen 2 Gramm, und lehnen sich wirklich in deine Hand hinein. Ich würde das nicht verwehren, solange es für dich ok ist. Diese Pferde verringern den Druck auch wieder selbstständig, wenn sie mit dem lösen fertig sind. Ansonsten gilt: solange den Kontakt erhalten, bis das Pferd mir Lösen fertig ist. Und dann..... rutsch doch gerne eine Handbreit weiter runter. Das kannst Du so oft wiederholen, bis Du einmal um das Vorderbein herum bist und ca. in Sattelgurtlage angekommen. Und dann natürlich auf der anderen Seite wiederholen.

 

Wenn Du dir das Video unten mit Segovia anschaust, dann siehst Du wunderbar, wie die Muskulatur zittert und sich ausschüttelt. Ebenso, wie früh sie bereits gähnt, aber trotzdem ist der Körper noch im Prozess. Lass dir Zeit! Im besten Fall hast Du Teil 1 - 3 vorher deine Pferd auch schon angeboten.

 

Hier nochmal die Links dazu:

Die Magie des Berührens
Wellness für den Hals
Das craniomandibuläre System

 

Enjoy the Journey!



Und wie immer – CAVE!
Sollte dein Pferd mit einer Schmerzreaktion reagieren, den Kopf wegziehen wollen oder sogar Angst haben und beißen – versuch dich sehr vorsichtig heran zu tasten und erst mal nur die Hand zu heben, ohne den Körper zu berühren. Sollte die Abwehrreaktion immer noch so deutlich zu erkennen sein – GANZ DRINGEND UND SOFORT den Experten hinzuziehen. Viele unerkannte Lahmheiten und auch psychische Probleme bis hin zu Magenproblemen manifestieren sich hier. Niemals dein Pferd zwingen, und lieber noch mal bei unserer ersten Faszien Technik, dem Abstreichen der Oberlinie, beginnen. Hierbei bekommst Du oft ein gutes Gefühl für dein Pferd, und dafür, was es mag. Wieviel oder wenig Druck? Langsame oder schnelle Bewegungen? Wie sehr traut es deinen Händen schon? 

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