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Massage Teil 2: Wellness für den Hals

Mit dem Hals ist irgendwie immer was los. Bei manchen Pferden ist er zu steif, andere nutzen ihn als Balancierstange. Wieder andere haben Stoffwechselbedingt große Spannungen hier: Der Speckhals ist eins der Frühsignale, dass uns Menschen bei Stoffwechselproblemen auffällt.  Kurz vor dem Schulterblatt befindet sich eine der Hauptlymphpumpen des Systems Pferd. Von hier aus wird die lymphatische Flüssigkeit einerseits direkt zu Veneninnenwinkel und damit zum Herzen weiter transportiert. Andererseits verästeln sich von hier viele kleine Äste des Systems in den Hals hinein zur Oberlinie hin. Sie recken und strecken sich insgesamt über den ganzen Körper. Aber lass uns heute am Hals bleiben. An der Oberlinie  enden viele kleine Nervenbahnen und Lymphkanäle. Darum hat die Mähnenmassage auch Einfluss auf das Lymphsystem.


Ein bisschen Anatomie….

 

 

Ein weiteres Phänomen des Pferdehalses:
Es ist der biegsamste Teil der Wirbelsäule und wird darum oft missbraucht, um Biegung oder Stellung zu erzeugen. Am vorderen Ende hängen Kopf, Genick, Atlas und Axis dran. Am hinteren Ende die Thorax Schlinge und der Übergang in die Brustwirbelsäule.

 

Leidet das Pferd unter einem schlechten Körperbau, viel Last auf der Schulter, einem schlecht passenden Sattel oder Trageerschöpfung, wird der Hals immer ein Teil des Kompensationsmechanismus sein und Symptome früh zeigen. Wenn wir dem Hals etwas Gutes tun, können wir damit also dem ganzen Pferd einen kleinen Gefallen tun.

 

Ein wunderbares Werkzeug für den Hals ist die Massage des Mähnenkamms. Damit entspannen wir die Oberlinie, massieren direkt das Nackenband und haben damit Einfluss auf alle direkt oder indirekt verbundenen Strukturen, Muskeln und Faszien. Natürlich auch auf das Lymphatische System. Darum möchte ich dir noch einige Tipps mit auf den Weg geben, bevor Du anfängst auszuprobieren.


Tipps für die Praxis


 

Platzierung der Hände
Beide Händen liegen nebeneinander, ca. 2 Finger hinter dem Schulterblatt.
Alle Finger sind auf einer Seite, damit das Gewebe nicht zwischen Daumen und Handfläche gequetscht wird. Dann beginnen die Hände sich vorsichtig gegeneinander zu bewegen, während sie sich von unten nach oben bewegen – und wieder zurück. Du kannst das so oft wie dein Pferd es mag wiederholen. Wichtig ist, dass Du immer unten am Schulterblatt endest. Da wir die mit dieser Technik die Lymphe mit bewegen, sollten wir sinnvoller Weise dort enden, wo diese auch abtransportiert werden kann. Sollte das eh ein Thema für dein Pferd sein, macht es Sinn, hier noch

 

Druck
Wie fest oder sanft, schnell oder langsam, darf dein Pferd ganz für sich alleine entscheiden. Meine Stute, die Du auf dem Video siehst, mag es mittlerweile gerne etwas kräftiger. Bei meinem ersten Versuch hat sie mir trotzdem in den Hintern gebissen. Sei ist ein lymphatischer Typ von Haus aus, und ihre faszialen Strukturen sind oft angespannt. Dass war zu Beginn natürlich schmerzhaft für sie. Entsprechend musste ich lernen, ganz sanft, langsam und vorsichtig zu sein. Mit wachsender Lockerheit hat sie nach mehr Druck verlangt.

 

 

 

Achtung!
Bitte achte auch auf die natürlichen Strukturen des Pferdes. Als Grundregel gilt, die Massage bis zum Axis (2.HW) durchzuführen, niemals darüber hinaus. Wenn die fragilen Strukturen der Wirbelsäule an die Oberfläche kommen, dann darf nicht mehr mit Druck gearbeitet werden. Dafür gibt es andere tolle Techniken, die der Therapeut deines Vertrauens bei Bedarf sicher gerne ausführt.

 

Nochmal Achtung!
„Normalerweise“ ist das eine Entspannungstechnik, die bei Beachtung der o.g. Tipps gut daheim angewendet werden kann. Solltest Du unsicher sein, dein Pferd zeigt Abwehrsignale oder sollte gar schmerzhaft sein – nicht rumprobieren, Tierarzt oder Profi hinzuziehen, und zwar sofort.



Enjoy the Journey!

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